Nach Reboot verliert eine Hyper-V VM Ihre Netzwerkkarten

Heute ein Beitrag zu einem Phänomen, was mir leider nicht zum ersten mal begegnet ist: Nach einem Reboot stand eine Hyper-V VM plötzlich ohne Netzwerkkonnektivität da. Dabei war nicht einfach der Link verloren gegangen, sonder es gab keine NIC mehr. Ich schildere diesen Fall etwas erheitert, da meine Resignation und der Ärger über immer neue Patchprobleme frei Haus aus Redmond sich mittlerweile wieder einigermaßen gelegt haben.

Das Fehlerbild

Zunächst war auffällig, dass die VM nach dem Patchen eine gefühlte Ewigkeit erklärte, dass Windows vorbereitet würde. Im folgenden Logon-Screen war die erste Merkwürdigkeit schon präsent: Ein Netzwerk mit einem roten “X” – Erste Sahne!

Anmeldebildschirm ohne Netzwrkkonnektivität

Der Anmeldevorgang dauerte recht lange, das System frohr ein und zeigte den Hinweis, dass ein Dienst beendet werden sollte (zum Glück wurde nicht angezeigt welcher). Nachdem ein Hovern über der Taskleiste ein “Kringeln” – das Äquivalent zur guten, alten Sanduhr – zeigte, musste ich die Maschine resetten, ein Durchkommen war nicht möglich. Auch die Systemsteerung war in diesem Stadium sehr übersichtlich (ich schwöre, ich habe nicht retuschiert):

Leere Systemsteuerung

Nach diversen weiteren Versuchen ohne Ergebnis kopierte ich die VHDs und erzeugte eine neue VM. Bei der Treiberinstallation (“Getting Devices Ready”) stand die VM dann fast eine Stunde lang still. Allerdings fand ich verschiedene Foreneinträge, dass Windows Server bei manchen Nutzern bis zu zwei Stunden Geräte bereitgemacht hat.

?Redo from Start

Danach das Gleiche Bild beim Anmelden, aber ein Desktop und ein (fast) funktionsfähiger Exchange Server, wäre da nicht die nicht vorhandene NIC:

Keine NIC. Keine.

Als Active-Directory-Mitglied ohne Netzwerk ist das Leben auch nur bedingt lebenswert – also wollte ich einmal die IP-Konfiguration ansehen, denn zumindest einmal Loopback oder irgendetwas sollte ja vorhanden sein. Nein. War es nicht:

IPCONFIG ohne Ausgabe

Die Lösung

Ein flüchtiger Gedanke lenkte meine Aufmerksamkeit nun noch einmal auf den Gerätemanager, und siehe da: Ein unbekanntes Gerät! Eine virtuelle Maschine mit den aktuellsten Integrationsdiensten sollte niemals gar nie nicht unbekannte Geräte anzeigen. Ein Versuch den Treiber zu aktualisieren zeigte, dass der Server versuchte, den Hyper-V Network Driver zu aktualisieren. Eindeutig kein Zufall.

In meiner Euphorie habe ich an dieser Stelle leider keine Screenshots mehr angefertigt – SORRY!

Da eine Reinstallation des Treibers fehlschlug, löschte ich das unbekannte Device und startete den Server neu. Und nach einem Reboot war da tatsächlich wieder eine NIC mitsamt der zu erwartenden Netzwerkkonnektivität.

In verschiedenen Foren wird auch berichtet, dass man die NIC aus der VM-Konfiguration löschen und neu erzeugen soll. Bei mir war das nicht nötig (und ich bin mir auch nicht sicher, ob es bei einem Treiberproblem wirklich einen Unterschied macht, welche generische NIC nun vorhanden ist).

Das kritische KB3161606 habe ich nicht installiert

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